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Sachwerte - Investieren mit Verstand

Vor dem Hintergrund der Niedrigzinsen erleben wir derzeit eine Wiederbesinnung auf die sogenannten Sachwerte. Es wird von einer Flucht in die Sachwerte gesprochen. Dies zeigt sich in einer starken Nachfrage nach Immobilien und Bauleistungen.

 

Zunächst begrüßen wir die damit verbundene Nachfragesteigerung nach der Zurückhaltung der letzten eineinhalb Jahrzehnte. Es besteht dringender Nachhofbedarf an Neubauten und zur Erhaltung des Bestandes. Die Preise in Teilen des Marktes steigen mit der Nachfrage. Dieser Anstieg holt meist nur das nach, was in den vergangenen Jahren an Preisanstieg ausblieb. Nur in Teilbereichen des Marktes ist ein Preisanstieg darüber hinaus zu beobachten. Hierbei handelt es sich meist um Wohnungen oder Häuser in ganz bestimmten Lagen oder um Bauleistungen für bestimmte Gewerke, die nicht nur von der aktuellen Sachwertdiskussion, sondern auch von den Themen Energieeinsparung und Umweltschutz beflügelt werden. Insgesamt betrachtet liegen die Preisveränderungen über die Jahre im Rahmen dessen, was auch bei anderen Leistungen und Waren im Zuge der allgemeinen Inflationsentwicklung zu beobachten war.

 

Wann ist eine Investition ein sinnvoller Sachwert? Dann, wenn sie ihre Sache wert ist! Dies kann man sowohl individuell betrachten, also aus dem Gesichtspunkt der persönlichen Wertschätzung (wie zum Beispiel ein schönes neues Bad, an dem ich mich freue) als auch sachlich objektiv, wenn die Rendite oder Wertentwicklung der Investition meinen Erwartungen jetzt und in Zukunft entspricht. Hierbei sind stets drei Dinge zu beachten:

 

1. Bedarf:

Eine Investition in bauliche Sachwerte sollte man, - ebenso wie andere Investitionen -, nur dann tätigen, wenn man die Sache sowieso braucht (Renovierung, Umbau, Wohnraum, Kapitalbildung) und wenn man die Leistung auch beauftragt hätte, oder die Sache gekauft hätte, ohne die Euro-Krisendiskussion.

 

2. Nutzen:

Der Nutzen der Sache sollte tatsächlich bewertbar sein: Bei Objekten, die der Kapitalbildung und der Verdienstabsicht dienen, wie Mietwohnungen, Mietshäuser, Gewerbeobjekte gilt der Mietpreis oder Verkaufspreis, der sich am Markt erzielen lässt. Hier kommt es auf die Lage, die Bausubstanz und den praktischen Nutzwert an. Und der Ertrag sollte in einem sinnvollen Verhältnis zum Aufwand stehen, sprich die Rendite muss den Vorstellungen entsprechen. Hierfür sind neben dem Einstandspreis die laufenden Kosten und die langfristige Vermietbarkeit oder Nutzbarkeit entscheidend. Die Renditeerwartungen werden sich an der Höhe alternativer Wertanlagen messen.

 

3. Werthaltigkeit:

Die Investition in eine Immobilie ist meistens langfristig. Daher ist es für den Eigentümer wichtig, dass der Wert stabil bleibt. Hierzu darf der Einstandspreis nicht überteuert sein und die Verwertbarkeit der Immobilie muss langfristig möglich sein. Dafür sind wieder die Lage, die Bausubstanz, die laufenden Kosten und die praktische Nutzbarkeit von Bedeutung.

Der größte Teil des Volksvermögens steckt in Immobilien. Insofern ist die Rückbesinnung auf diese materielle Grundlage unseres Volksvermögens und des individuellen Vermögens nur zu begrüßen. Wie bei allen Investitionen ist es jedoch auch hier ratsam, stets mit Umsicht und Besonnenheit zu entscheiden. Eine momentane Furcht um den Geldwert, überzogene Gewinnversprechen oder ratlose Hektik sind die falschen Grundlagen. Wir empfehlen unseren Kunden, das Für und Wider jeder Entscheidung gründlich abzuwägen, sich gut beraten zu lassen und dann in Ruhe die Entscheidung für - oder gegen - eine Investition zu fällen.


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