Ein Ringanker ist ein Stahlbetongurt auf freistehenden Mauerwerkswänden, die nicht von einer aufliegenden Decke gehalten werden. Ringanker werden vor allem auf den freistehenden Giebeln des Dachgeschosses eingesetzt. Damit erhält das Giebelmauerwerk, das oft 3 - 5 Meter hoch aufragt, Halt, sodass es auch unabhängig von der Holzkonstuktion des Dachstuhls stabil steht. Verzichtet man auf Ringanker, dann kann die Standsicherheit schon während der Bauzeit gefährdet sein und im Endzustand muss die Holzkonstuktion des Daches allein die stützende Aufgabe gegen die Windkräfte übernehmen. Ringanker sind in der Herstellung arbeitaufwändig, tragen jedoch einen erheblichen Teil zur Stabilität des Bauwerks bei.
Wird das Kellergeschoss in der Planung zunächst als Keller und nicht als Wohnraum ausgewiesen, so bestehen geringere Anforderungen an die Wärmedämmung und Feuchteisolierung. An diesen Wänden kann die Wärmedämmung und, bei geeignetem Baugrund, auch die Feuchteisolierung reduziert werden, ohne Bauvorschriften zu verletzen. Wenn diese Kellerräume später für eine höherwertige Nutzung als beheizte Wohnräume ausgebaut werden, dann kann an der Außenseite der Wände nicht oder nur mit extrem hohem Aufwand nachgerüstet werden. So kommt es zu vermeidbarem Wärmeverlust und unter Umständen zu erhöhtem Feuchteeintrag infolge von Diffusion durch die ungenügend feuchteisolierten Wände. Wir halten es für sinnvoll, auch Kellerwände stets vollwertig zu dämmen und zu isolieren. Der Mehraufwand in der Bauphase macht sich später bezahlt.
In von außen gedämmten Häusern ist es heute technisch möglich, die Dicke der tragenden Mauerwerks- und Betonwände auf 12 - 15 cm zu reduzieren. Damit lässt sich die Wohnfläche noch etwas hochrechnen und etwas Material sparen. Die dünnen Tragwände schaffen oft an anderer Stelle Zwänge, z. B. bei den Elektroinstallationen oder bei der Grundrissplanung. Eine auf das Minimum reduzierte Tragkonstruktion enthält aber auch keine Reserven mehr, die bei eventuellen späteren Umbauten hilfreich sein können. In Anbetracht der langen Lebenszeit eines Hauses sollte man nicht schon zu Beginn ans Limit gehen. Bei unseren ALL-BAU-Häuseren legen wir solide Konstruktionen zugrunde. Tragende Mauerwerks- oder Stahlbetonwände sind mindestes 17,5 cm dick. Das ist ein kleines, oft unbeachtetes Detail, das großen Nutzen haben kann.
Massive Bauweise, (Mauerwerk und Beton) oder Leichtbau (meist Holzrahmenbau)?
An dieser Frage entzünden sich viele Bauherrengemüter. Der Leichtbau hat in bestimmten Anwendungsfällen seine Berechtigung, z.B. bei gewichtslimitierten Aufstockungen. In der Regel bietet die Massivbauweise jedoch viele Vorteile, weshalb wir unsere Projekte in Massivbauweise anbieten:
Die schwere Masse der Wände aus Mauerwerk und Beton sowie der Stahlbetondecken wirkt sich als idealer Klimapuffer im Gebäude aus. Im Sommer dauert es lange, bis sich die schweren Bauteile erwärmen. Im Winter geben sie die gespeicherte Wärme nur langsam ab. Das vermeidet im Sommer schnelles Aufheizen, im Winter ungewollt schnelles Auskühlen und schafft insgesamt ein gleichmäßiges Wohnklima im Inneren.
Die schweren Bauteile haben auch im Hinblick auf den Schallschutz erhebliche Vorteile. Beim Schallschutz zählt die schwerere Masse in der Bauteilfläche. Schwere Bauteile sind sowohl für den Schallschutz von außen nach innen als auch zwischen den Geschossen eine wichtige Grundlage für zeitgemäßen Wohnkomfort.
Rechnet man die bei Leichtkonstruktionen (Fertighausbau) oft langen Vorlaufzeiten hinzu, dann ist die Bauzeit bei der Massivbauweise, auch konventionell vor Ort, oft nicht oder nur unwesentlich länger. Mit der örtlichen Bauweise ist man jedoch wesentlich flexibler, kann früher beginnen, da Planung und Bau teilweise parallel nebeneinander laufen können. Auch eventuelle Änderungen während der Bauzeit sind in der örtlichen Massivbauweise leichter zu realisieren.
Massiv gebaute Häuser aus Mauerwerk und Stahlbeton sind in ihrer Grundkonstruktion robuster gegen eventuelle Einwirkung von Feuer oder Wasser. Hervorragende Brandschutzeigenschaften lassen sich oft ohne teure Zusatzmaßnahmen erzielen.
Langfristig ist die Werthaltigkeit von massiv gebauten Häusern auch heute noch höher als bei Gebäuden in Leichtbauweise.
Wie dick soll die Wärmedämmung sein? Auch diese Frage kann man lange diskutieren. Brauche ich 10, 20 oder 30 cm Wärmedämmung auf meinen Außenwänden? Oder kann ich diese auch heute noch einschalig aus Mauerwerk bauen? Wir raten in dieser Frage zu ökonomischer und ökologischer Vernunft und nüchterner Abwägung in der Gesamtbetrachtung des Objekts. Eine superdicke Wärmedämmung alleine bewirkt noch gar nichts. Die Außenwände, das Dach, die Fenster, die Heizungsanlage, die Ausrichtung des Gebäudes, die Form des Baukörpers, die Art der Nutzung.... Erst im Zusammenhang ergibt sich eine vernünftige Lösung. Ein übertriebener Aufwand an einer Stelle kann unter Umständen nur höhere Kosten ohne einen messbaren Nutzen bewirken. Bereits bei Gebäuden, die nur die Mindestanforderungen der heutigen Energieeinsparverordnung erfüllen, ergeben sich sehr gute Wärmedämmeigenschaften und geringe Heizkostn. In Verbindung mit einer modernen Brennwertheizung lassen sich auch konventionell beheizte Häuser sehr wirtschaftlich und umweltfreundlich betreiben.
In modernen Häusern wird das Nutzerverhalten der Bewohner zur eigentlich entscheidenden Größe. Richtiges Heizen und Lüften ist oft wichtiger als 10 cm mehr Dämmung auf der Außenwand.
Je nach Zielsetzung der Bauherren kann man ergänzend zusätzliche Maßnahmen, wie z. B. die Solarnutzung für Brauchwasser und Raumheizung, eine Erdwärmeheizung oder eine Holzheizung vorsehen. Die passende Lösung entwickeln wir gemeinsam mit unseren Bauherren.